„Yoga sollte nicht geübt werden, um den Körper zu kontrollieren. Im Gegenteil. Es sollte dem Körper Freiheit geben – alle Freiheit, die er braucht.“

– Vanda Scaravelli

 

Das Yoga nach Vanda Scaravelli setzt ein gesundes Körperbewusstheit in den Mittelpunkt der Yogapraxis.

 

Diese Art des Yoga-Übens ist revolutionär und einzigartig, weil es nicht das Ziel verfolgt, eine bestimmte Pose oder Position zu erreichen oder einzunehmen. Ehrgeiz ist sogar eher hinderlich, wenn man Yoga nach Vanda Scaravellis Prinzipien verstehen und praktizieren möchte.

 

Ziel ist nicht die "ideale" Pose. Sondern die intensive, individuelle Achtsamkeit als Voraussetzung für jede Asana. Yoga soll transformieren, soll gesund sein, Ausgleich bieten, Freude machen und inneren Wachstum ermöglichen – ganz egal, welche körperlichen Voraussetzungen man zum Üben mitbringt. Solange man nur Geduld, Hingabe und Kontinuität mitbringt ;)

 

Intuitives Yoga lehrt keine Methode oder bestimmte, festgelegte Asana-Abläufe, sondern lässt Asanas aus dem Inneren der unterschiedlichsten Körper erblühen. Deshalb gibt es in dieser Art des Yoga weder Anfänger noch Fortgeschrittene. Nur Übende.

 

Wer war Vanda Scaravelli?

 

Vanda Scaravelli (* 1908 – 1999, Florenz), hat durch ihre einzigartige Interpretation der Asana-Praxis und der Lehre das Hatha-Yoga grundlegend beeinflusst.

 

Die Italienerin war 40, als sie über einen Freund der Familie erstmals mit Yoga in Kontakt kam. Ihr Vater war Musikwissenschaftler, zu seinen regelmäßigen Hausgästen gehörten die größten Musiker der damaligen Zeit.

Vanda, eine ausgebildete Konzertpianistin, lernte nach dem 2. Weltkrieg über Yehudi Menhin und den Philosophen J. Krishnamurti die von  T. Krishnamacharya geschickten Yogalehrer B.K.S. Iyengar und später auch T.K.V. Desikachar kennen, die über viele Sommer nach Gstaad in die Schweiz reisten und dort Menuhin und Krishnamurti privaten Unterricht gaben. Auch Vanda wurde ihre Schülerin und entwickelte Jahre später ihre eigene Weise, den Körper in der Yoga-Praxis intuitiv mit dem Rhythmus von Natur und Atem zu vereinen.

 

Für sie waren „unendlich viel Zeit und absolut kein Ehrgeiz“ sowie konzentrierte Bewusstheit die Schlüssel zu einem leichten, mühelos erscheinenden Yoga – zu einer Entspanntheit des Körpers, aus der heraus er sich ohne Anstrengung in die kompliziertesten Positionen entfalten kann.

 

Vanda gab ihr Wissen unentgeltlich an handverlesene Schüler weiter – ganz so, wie Yoga über Jahrhunderte gelehrt wurde. Da jeder dieser Schüler einen anderen Körper hatte, war ihr Unterricht für jeden Schüler individuell. Entsprechend dieser Auffassung kann Yoga auch nicht einer „Methode“, einem festgelegten Ablauf folgen.