WAS BEDEUTET INTUITIVES YOGA?
Das Intuitive Yoga, wie ich es seit über 14 Jahren weitergebe, fokussiert nach den Prinzipien von Vanda Scaravelli primär auf eine maximal funktionale Wirbelsäule und deren Fortsetzungen, auf geschmeidige Verbindungen im gesamten physischen System und auf das fasziale Gewebe(gedächtnis).
Mein Unterricht vermittelt, wie der Dialog des Körpers mit der Schwerkraft beginnt: über einen bewusst geführten Atem und die achtsame Bewegung aus der eigenen inneren Wahrnehmung.
Als "Nebenwirkung" fördert diese spezielle Yoga-Praxis Geduld und Wohlwollen gegenüber den individuellen physischen und mentalen Gegebenheiten.
Die Wirbelsäule als wichtigste strukturgebende Konstruktion (unser Daten-Highway) rückt aktiv in die Wahrnehmung. Sie entwickelt sich geschmeidig, "juicy", der BodyMind wird präsent, graziös und rundum elastischer.
Auf leichte und spielerische Weise folgen meine Schüler:innen der Einladung, ihr ganzes Sein für einen gesunden Umgang mit der Intuitiven Yogapraxis zu öffnen. Ausgehend von einer vitalen Wirbelsäule erkunden wir die vielseitigen Möglichkeiten der Asanas – jede in ihrem eigenen Wahrnehmungs-Kosmos und innerhalb eigener elastischen Grenzen. Diese achtsame Übungspraxis – unterstützt durch Atem, idealerweise Hands-on-Arbeit und das Einlassen auf die Schwerkraft – erfordert Vertrauen, Hingabe und Kontinuität.
Die intuitive Reise in eine yogaorientierte Bewegung kann zudem eine Möglichkeit sein, im Gewebe gespeicherte Erfahrungen zu adressieren – und sie hinter sich zu lassen. Denn alles, was wir erleben (oder verpassen!), kann gesunde, flexible Körper nachteilig verändern. Das reicht von Verhärtungen über Blockaden (auch emotionaler Natur) bis zu Deformierungen der Wirbelsäule und der aus ihr entstandenen Gliedmaßen und Muskelgruppen.
Ziel ist immer eine spürbare Transformation, unterstützt durch Bewegungsabläufe im Intuitiven Yoga, im Kontakt mit Erde, Atem, Wirbelsäule und den daraus resultierenden, öffnenden Impulsen für das Fasziengewebe.
Und merke: Macht es keinen Spaß – ist es nicht Yoga ;))
„Opfert nicht euren Instinkt auf dem Altar der vermeintlich großartigen Pose. Behandelt euren Körper nicht, als wäre er ein Fremder, sondern entwickelt einen freundschaftlichen Umgang mit ihm. Beobachtet ihn, hört ihm zu. Findet heraus, was er braucht, gebt es ihm – und habt Spaß dabei. Spüren heißt Lebendigsein!“
– Vanda Scaravelli, aus ihrem Buch "Awakening the Spine"
DO LESS, FEEL MORE
Sportlich war ich schon mein ganzes Leben. Aber zum Hatha Yoga kam ich verhältnismäßig spät: Chronische Rückenschmerzen nach einer Kaiserschnitt-Geburt waren der erste Impuls. Und auch der Versuch, meinen anspruchsvollen Journalisten-Alltag und Familie mit Kind unter einen Hut zu bringen, verlangte irgendwann nach einer Art Ausgleich.
So landete ich als 40-Jährige nach einem (sehr kurzen) Ausflug in einer Bikram-Schwitzhöhle sowie einem Versuch, mich für Kundalini Yoga zu erwärmen, beim Sivananda Yoga. Das habe ich 7 Jahre lang begeistert und intensiv bei Christine Bader praktiziert, die auch viele Elemente des Iyengar Yoga in ihre Praxis integriert.
Dann fand in Goa/Indien, wo ich viele Frühjahre lang den Winter verkürzt habe, meine Lehrerin Liz Warrington – und mit ihr völlig zufällig das Yoga, nach dem sich mein ganzes Sein spürbar schon immer gesehnt hatte.
Intuitives Yoga nach Vanda Scaravelli
Das Intuitive Yoga ist die für mich schönste, freieste, entspannteste und eleganteste Art, den eigenen BodyMind zu erforschen – um mithilfe von Atem, Schwerkraft, Asana und Zeit die oft als getrennt empfundenen Einheiten Körper/Geist über ihre vermeintlichen Grenzen hinweg zu begleiten. Und es ist das wahrscheinlich sxklusivste, weil seltenste Yoga.
Vanda Scaravelli, die ebenfalls erst sehr spät im Leben zum Yoga kam und es bis zu ihrem Todesjahr 1999 täglich geübt und gelehrt hat, lernte erst mit den ganz Großen – aber entwickelte schnell ihren eigenen, von Schwerkraft, Atem und Leichtigkeit geprägten Stil. Den gab die italienische Yoga-Pionierin an nur wenige ausgesuchte Schüler weiter.
Vanda Scaravelli war – wie ihr langjähriger und enger Freund Krishnamurti – eine kategorische Kritikerin fester Regeln und Methoden. Die beiden Freigeister hatten erlebt, wie Methoden und Regeln das Intuitive, Freie, Forschende und Selbstbestimmte des Menschen beschneiden.
Konsequenterweise wollte Vanda ihrem Ansatz, Yoga zu üben und zu lehren, nie ihren Namen geben. Da jeder Mensch, jeder Körper anders ist und jeder, der Yoga übt, eine ganz individuelle Yogareise antritt, braucht Yoga nach Ansicht Vanda Scaravellis (und ihrer Schüler) keine Methode, keine Regeln. Sondern Achtsamkeit. Um ohne Ehrgeiz jede Asana im BodyMind zu spüren, wo sie entsteht und wie der physische Körper individuell auf die Impulse der Asana reagiert.
Wer so übt, fügt dem eigenen BodyMind niemals Schaden zu. Sondern übt aus einer gelernten Wahrnehmung für die Körperbedürfnisse heraus – im Zusammenspiel mit dessen großartigen Mechanismen und Entwicklungsfähigkeiten. Er übt Intuitives Yoga.
Zu dieser Philosophie fühlte sich mein ganzes Sein hingezogen. Ich hatte trotz vieler Workshops, Yogareisen und unzähliger Yogastunden in den unterschiedlichsten Stilen nie zuvor Yoga-Lehrende gesehen, die sich so achtsam, so geschmeidig und bewundernswert graziös (in die Asanas) bewegten wie die nach Vanda Scaravellis Lehre praktizierenden Yoginis und Yogis.
So und nicht anders sollte auch meine Yogapraxis werden – dieser Wunsch wurde mein Weg.
Weil es in Deutschland keine und in anderen Ländern nur wenige Menschen gibt, die in Vandas Tradition Yogalehrer-Ausbildungen anbieten, hat es weitere 7 Jahre Praxis, Workshops (u. a. mit Diane Long und Sandra Sabatini, zwei der vier langjährigen Schülerinnen Vandas) und Yogareisen gedauert, bis ich mich endlich zur Yogalehrerin nach den Prinzipien Vandas ausbilden lassen konnte. Meine großartigen Lehrer waren Helen Noakes, Steve Bracken (unser Guru der Faszien-Forschung und des "liquid body") sowie Rupert Johnson – das Yoga Health Mandala Team.
Ich bin überglücklich, Vanda Scaravellis Ansätze und eine von ihren Ideen inspirierte Praxis des Intuitiven Yoga seit vielen Jahren selbst weitergeben zu können. An Übende jeden Alters und in so ziemlich jeder physischen Verfassung.
Eine Eigenart dieses Yoga-Verständnisses ist konsequenter Weise, dass jeder Lehrer anders unterrichtet. Alle befolgen zwar dieselben Prinzipien. Aber die Umsetzung ist natürlich und naturgegeben individuell anders. Denn jeder kann und sollte nur das weitergeben, was sie oder er auch selber "erspürt" und verinnerlicht hat.
Wer mehr über die Besonderheiten und Prinzipien des Intuitiven Yoga nach Vanda Scaravelli wissen möchte, erfährt auf dieser Website noch viel mehr oder besucht jene befreundete Webseiten, die von den wenigen Yogalehrern der "1. Generation" sowie einer Auswahl weiterer Erben dieses Yogas betrieben werden.
Enjoy the ride.
